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Joe Biden zu Vergewaltigungsvorwürfen: ?Niemals passiert“

So wird in den USA gew?hlt

Alle vier Jahre w?hlen die Amerikaner einen neuen Pr?sidenten. Das Wahlsystem unterscheidet sich deutlich von unserem.

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Der US-Pr?sidentschaftskandidat Biden streitet die Vergewaltigungsvorwürfe vehement ab. Die Ankl?gerin will sich im Fernsehen ?u?ern.

Washington. Mika Brzezinski, die weibliche H?lfte der politischen TV-Talkshow ?Morning Joe” des linksliberalen US-Senders MSNBC, versuchte es mit Fragen von allen Seiten; und das gut und gerne ein Dutzend Mal. Joe Biden blieb eisern dabei.

Die gegen ihn von einer ehemaligen Mitarbeiterin erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe aus dem Jahr 1993 entbehrten jeder Grundlage, sagte der designierte demokratische Pr?sidentschaftskandidat am Freitag bei seinem ersten ?ffentlichen Auftritt zu einem Thema, das seit Tagen das politische Washington auf Trab h?lt: ?Ich sage unmissverst?ndlich, es ist niemals, niemals passiert”, erkl?rte der Alt-Vizepr?sident in verschiedenen Versionen und fügte hinzu, ?die Wahrheit ist entscheidend.”

Der 77-J?hrige bezichtigte die 56-j?hrige Tara Reade, die vor 27 Jahren einige Monate in seinem Senatoren-Büro in Washington gearbeitet hatte, damit de facto der Lüge. Reade hatte gegenüber diversen US-Zeitungen erkl?rt, dass Biden sie damals im Keller des US-Kapitols in Washington gegen eine Wand gedr?ngt habe und danach gegen ihren Willen mit den Fingern in sie eingedrungen sei.

Vergewaltigungsvorwürfe gegen Joe Biden – Ankl?gerin will im TV sprechen

Dies erfüllt für sie den Tatbestand der Vergewaltigung. Am Sonntag will sie zum ersten Mal im Fernsehen (beim rechtskonservativen Sender Fox News) darüber genauer Auskunft geben.

Reade geh?rt zu einer Gruppe von Frauen, die vor einem Jahr, als Biden seine Pr?sidentschaftskandidatur anmeldete, beklagt hatte, dass Biden sich ihnen unangemessen k?rperlich gen?hert habe. Die Schwelle der massiven sexuellen Bel?stigung sei dabei nicht überschritten worden. Die jetzt in Rede stehende Attacke Bidens erw?hnte Reade damals nicht.

So begründet Joe Biden seine Kandidatur für die US-Wahl 2020
So begründet Joe Biden seine Kandidatur für die US-Wahl 2020

Reade behauptet, sie habe nach dem Vorfall eine offizielle Beschwerde beim Senat eingereicht, kann aber nach eigenen Angaben keinen Beleg dafür beibringen. Biden erkl?rte am Freitag, von so einem Vorgang nichts zu wissen und auch niemanden zu kennen, der davon informiert sei.

Er bekr?ftigte, dass er das National-Archiv in Washington autorisiert habe, seine dort aufbewahrten Akten nach einem etwaigen Schreiben zu durchsuchen. Unterlagen aus seiner Amtszeit als Senator, die von der Universit?t in Delaware gesichert werden, k?nnten über Personal-Angelegenheiten keinen Aufschluss geben, sagte Biden und wehrte Nachfragen ab, ob auch dort nach der angeblichen Reade-Beschwerte gefahndet werden soll.

Trump schlie? ?falsche Anschuldigungen nicht aus“

?Ich bin zuversichtlich, dass es keine Belege, keine Beschwerde gibt, weil es nie passiert ist”, sagte Biden. Sollte es jedoch Hinweise jedweder Art geben, verlange er die umgehende Ver?ffentlichung. “Ich habe nichts zu verbergen, gar nichts.”

Biden erkl?rte, dass es auch keine Verschwiegenheits-Erkl?rung (Non-Disclosure Agreement) gebe, um eine angebliche Bel?stigung oder Vergewaltigung geheim zu halten. Auf die Frage, warum Frau Reade ihre Anschuldigungen in diesen Tagen vorbringt, zeigte sich Biden zugekn?pft: ?Sie hat das Recht, ihre Vorwürfe zu erheben. Ich attackiere sie nicht. Und ich spekuliere nicht über ihr Motiv.”

Biden betonte mehrfach, dass derartige Vorwürfe von Frauen prinzipiell ernstgenommen und mit Respekt behandelt werden müssten. Entscheidend seien aber die Fakten. ?In diesem Fall sind die Behauptungen falsch.”

Dass Biden sein Schweigen gebrochen hat, wird die Aff?re vorl?ufig nicht beenden. Tara Reade hat gegenüber mehreren Personen aus ihrem privaten Umfeld, darunter war auch ihre verstorbene Mutter, über eine Begegnung mit Biden berichtet, schreiben ?New York Times” und ?Washington Post”.

Viele Details sind noch unklar. Ob Pr?sident Donald Trump die Vorwürfe gegen seinen Konkurrenten unter Wahlkampf-Aspekten nutzen wird, ist offen. Am Donnerstagabend schloss Trump zugunsten Bidens nicht aus, dass es sich um ?falsche Anschuldigungen” handeln k?nne. Er wisse darüber ?alles”, sagte Trump, ?ich wurde viele Male f?lschlicherweise beschuldigt.”