Kampf gegen das Virus

Forscher: Corona-Eind?mmung "einzig sinnvolle Strategie"

Fahrg?ste mit Mund-Nasen-Schutz in einem S-Bahnhof in Hamburg.

Fahrg?ste mit Mund-Nasen-Schutz in einem S-Bahnhof in Hamburg.

Foto: dpa

Eind?mmung oder Herdenimmunit?t - beim Ringen um den richtigen?Weg im Kampf gegen das Corona-Virus prallen die Meinungen aufeinander. Deuschlands führende Forschungsorganisationen sind sich hingegen einig

München. Führende Forschungsorganisationen in Deutschland sind sich einig, dass eine konsequente Eind?mmung des Coronavirus Sars-CoV-2 aus epidemiologischer Sicht im Moment die "einzig sinnvolle Strategie" ist.

"Das Erreichen einer "Herdenimmunit?t" würde nach den bisher vorliegenden Daten einen Zeitraum von einigen Jahren erfordern, wenn das Gesundheitssystem nicht überlastet werden soll", hei?t es in einer Stellungnahme der Pr?sidenten der Max-Planck-Gesellschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft und der Leibniz-Gemeinschaft.

"Unsere Modelle stimmen darin überein, dass sich dies selbst bei optimistischen Sch?tzungen der Dunkelziffer über Jahre hinziehen und viele Tote erfordern würde", hei?t es in den Erl?uterungen. Daher müssten einschr?nkende Ma?nahmen auch bei einem solchen Weg über den gesamten Zeitraum aufrechterhalten werden, betonen sie. Zudem sei nicht bekannt, wie lange Personen nach einer Infektion immun sind.

Daher schlagen die Experten auf Basis von mathematischen Analysen der Datenlage vor, zun?chst die Neuinfektionen weiter soweit zu reduzieren, bis eine effektive Kontaktverfolgung m?glich ist. Unter anderem sollten zudem Testkapazit?ten, aber auch die M?glichkeiten der Rückverfolgung (Tracing) ausgebaut werden. Auf Basis gezielter Querschnittstests vor allem in Bereichen mit erh?htem Infektionsrisiko k?nnte eine Frühwarn-Infrastruktur etabliert werden.

Für die langfristige Bew?ltigung der Corona-Pandemie seien auch neue medizinische Erkenntnisse und pharmazeutische Entwicklungen entscheidend. "Die hier vorgeschlagene Strategie muss angepasst werden, sobald neue Erkenntnisse dies erm?glichen oder ein Impfstoff zur Verfügung steht", hei?t es in dem Strategiepapier weiter.